Kaolin

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Schnucki
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Kaolin

Beitrag von Schnucki » Fr 23. Nov 2018, 18:16

Hallo, ihr Lieben, ich habe bei You tou eine schöne Seife gesehen " Winterlandschaft" die geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Ich bin dabei die Seife nachzumachen. Allerdings ist da Kaolin enthalten, ist aber keine Putzseife. Für was soll das gut sein?
Dann habe ich bei Petras Rezepten schon oft gelesen,Laugenflüssigkeit : NaOH = 1:1. Das verstehe ich auch nicht. Was ist damit gemeint?
Vielleicht könnt ihr mir auf die Springe helfen, ich würde mich freuen.
Liebe Grüße Schnucki

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Karin B.
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Re: Kaolin

Beitrag von Karin B. » Fr 23. Nov 2018, 18:29

Kaolin macht schmusigen Schaum (kannst du direkt in den fertig emulgierten Leim pürieren) und das 1:1 ist so zu verstehen, dass du dir die Laugenflüssigkeit abwiegst und natürlich deine Lauge auch. Für das 1:1 hast du ein gleiches Verhältnis von Lauge und Flüssigkeit.

Beispiel: Du benötigst 35 g NaOh für dein Rezept...die löst du dann in 35 g Flüssigkeit (z.B. dest.Wasser) auf -> das ist das mit dem 1:1.
Natürlich gibst du die gesamte abgewogene Flüssigkeit für die Seife dazu, aber du kannst das 1:1 auflösen, den Leim emulgieren und dann den Rest an Flüssigkeit dazu geben (sonst ist die Seife viel zu scharf für die Haut). Sowas mache ich gerne, wenn ich z.B. Kokosmilch oder so als Extra zugeben möchte.
Liebe Grüße von Karin. :wink_mit_muetze:

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Kessia
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Re: Kaolin

Beitrag von Kessia » Fr 23. Nov 2018, 19:35

Karin B. hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 18:29
Kaolin macht schmusigen Schaum (kannst du direkt in den fertig emulgierten Leim pürieren) und das 1:1 ist so zu verstehen, dass du dir die Laugenflüssigkeit abwiegst und natürlich deine Lauge auch. Für das 1:1 hast du ein gleiches Verhältnis von Lauge und Flüssigkeit.

Beispiel: Du benötigst 35 g NaOh für dein Rezept...die löst du dann in 35 g Flüssigkeit (z.B. dest.Wasser) auf -> das ist das mit dem 1:1.
Natürlich gibst du die gesamte abgewogene Flüssigkeit für die Seife dazu, aber du kannst das 1:1 auflösen, den Leim emulgieren und dann den Rest an Flüssigkeit dazu geben (sonst ist die Seife viel zu scharf für die Haut). Sowas mache ich gerne, wenn ich z.B. Kokosmilch oder so als Extra zugeben möchte.
Wow, so viel kann man "vorerst" die Flüssigkeit reduzieren? :ausflipp:
Das wußte ich noch nicht. Hab bisher immer nur wenig abgezwackt.

Sehr gut zu wissen, dass es auch anders geht. nicken_freudig:

Danke für die Erklärung. :umarmung:

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Frau M.
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Re: Kaolin

Beitrag von Frau M. » Fr 23. Nov 2018, 21:28

Karin B. hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 18:29
Natürlich gibst du die gesamte abgewogene Flüssigkeit für die Seife dazu, aber du kannst das 1:1 auflösen, den Leim emulgieren und dann den Rest an Flüssigkeit dazu geben (sonst ist die Seife viel zu scharf für die Haut). Sowas mache ich gerne, wenn ich z.B. Kokosmilch oder so als Extra zugeben möchte.
Sorry, aber das ist Quatsch, dass die Seife dann zu scharf sein könnte, wenn man die restliche Flüssigkeit nicht ergänzt! Die "Schärfe" wird durch die Menge des NaOH bestimmt, die du ausrechnest für den Laugenunterschuss, den du dir wünschst. Welche Menge an Flüssigkeit du zum Auflösen nimmst, ist für den Grad der Überfettung/den Laugenunterschuss unerheblich, solange das gesamte NaOH gelöst ist und keine ungelösten Kristalle in die Seife gelangen!

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Kessia
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Re: Kaolin

Beitrag von Kessia » Sa 24. Nov 2018, 08:14

Frau M. hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 21:28

Sorry, aber das ist Quatsch, dass die Seife dann zu scharf sein könnte, wenn man die restliche Flüssigkeit nicht ergänzt! Die "Schärfe" wird durch die Menge des NaOH bestimmt, die du ausrechnest für den Laugenunterschuss, den du dir wünschst. Welche Menge an Flüssigkeit du zum Auflösen nimmst, ist für den Grad der Überfettung/den Laugenunterschuss unerheblich, solange das gesamte NaOH gelöst ist und keine ungelösten Kristalle in die Seife gelangen!
Warum berechnet man dann 30% Wasser, wenn die Lauge oder die Seife gar nicht so viel brauchen?
Wird der Leim dadurch geschmeidiger oder um ihn besser in Formen gießen zu können oder...?
Ist ein interessantes Thema.

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Sylvie
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Re: Kaolin

Beitrag von Sylvie » Sa 24. Nov 2018, 11:39

Ganz einfach, weil nicht jedes Rezept mit so wenig Wasser fließfähig bleibt. Wenn Du eine Seifen machen möchtest bei der du eine aufwändige Marmorierung planst ist es besser das Wasser nicht zu reduzieren. Ausgenommen Olivenölseifen.
Es gibt Fette die den SL vorzeitig andicken lassen und da wäre es nicht produktiv auch noch das Wasser zu reduzieren.
hier gibt es noch wertvolle Infos zur Wasserreduktion.

Eine Seife mit viel Flüssigkeit kann sich auch eher mal verziehen durch die Reifung und Verdunstung des Wassers.
Manchmal können sich durch unterschiedliche Wassermengen auch die Farbe der Seife verändert - Ghostswirl guckst Du hier Die Seife wird ohne Farbpigmente gemacht. Die Marmorierung kommt ausschließlich durch die unterschielich hohe Wasserzugabe.
Seid lieb gegrüßt
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Karin B.
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Re: Kaolin

Beitrag von Karin B. » Mo 26. Nov 2018, 10:04

Frau M. hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 21:28
Karin B. hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 18:29
Natürlich gibst du die gesamte abgewogene Flüssigkeit für die Seife dazu, aber du kannst das 1:1 auflösen, den Leim emulgieren und dann den Rest an Flüssigkeit dazu geben (sonst ist die Seife viel zu scharf für die Haut). Sowas mache ich gerne, wenn ich z.B. Kokosmilch oder so als Extra zugeben möchte.
Sorry, aber das ist Quatsch, dass die Seife dann zu scharf sein könnte, wenn man die restliche Flüssigkeit nicht ergänzt! Die "Schärfe" wird durch die Menge des NaOH bestimmt, die du ausrechnest für den Laugenunterschuss, den du dir wünschst. Welche Menge an Flüssigkeit du zum Auflösen nimmst, ist für den Grad der Überfettung/den Laugenunterschuss unerheblich, solange das gesamte NaOH gelöst ist und keine ungelösten Kristalle in die Seife gelangen!
Das meinte ich doch damit. Noch einmal zum Verständnis...wenn ich nur die 1:1 nehme, ist der LU viel zu hoch und dann ist die Seife viel zu scharf. Das wird aber ausgeglichen, wenn die ganze abgewogene Flüssigkeitsmenge dazu gegeben wird.
Kessia hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 19:35

Wow, so viel kann man "vorerst" die Flüssigkeit reduzieren? :ausflipp:
Das wußte ich noch nicht. Hab bisher immer nur wenig abgezwackt.

Sehr gut zu wissen, dass es auch anders geht. nicken_freudig:

Danke für die Erklärung. :umarmung:
Sehr gerne. Ja natürlich geht das. Es sollte nur nicht weniger Flüssigkeit als Lauge genommen werden. Sonst lösen sich die Kristalle nicht vernünftig auf, soweit ich da informiert bin.
Liebe Grüße von Karin. :wink_mit_muetze:

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Re: Kaolin

Beitrag von Kessia » Mo 26. Nov 2018, 10:45

Sylvie hat geschrieben:
Sa 24. Nov 2018, 11:39
Ganz einfach, weil nicht jedes Rezept mit so wenig Wasser fließfähig bleibt. Wenn Du eine Seifen machen möchtest bei der du eine aufwändige Marmorierung planst ist es besser das Wasser nicht zu reduzieren. Ausgenommen Olivenölseifen.
Es gibt Fette die den SL vorzeitig andicken lassen und da wäre es nicht produktiv auch noch das Wasser zu reduzieren.
hier gibt es noch wertvolle Infos zur Wasserreduktion.

Eine Seife mit viel Flüssigkeit kann sich auch eher mal verziehen durch die Reifung und Verdunstung des Wassers.
Manchmal können sich durch unterschiedliche Wassermengen auch die Farbe der Seife verändert - Ghostswirl guckst Du hier Die Seife wird ohne Farbpigmente gemacht. Die Marmorierung kommt ausschließlich durch die unterschielich hohe Wasserzugabe.
Danke für die Erklärung Sylvie, das werde ich mir anschauen. :umarmung:
Karin B. hat geschrieben:
Mo 26. Nov 2018, 10:04

Sehr gerne. Ja natürlich geht das. Es sollte nur nicht weniger Flüssigkeit als Lauge genommen werden. Sonst lösen sich die Kristalle nicht vernünftig auf, soweit ich da informiert bin.
Danke Dir, das sind alles wichtige Infos für mich. :umarmung:

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Re: Kaolin

Beitrag von verbena » Mo 26. Nov 2018, 12:08

@Karin: die Flüssigkeitsmenge hat NICHTS mit der UL zu tun, wie Frau M. schon schrieb!Da du das in deinem letzten Post nochmal behauptest, muss ich da jetzt einfach Frau M.mal unterstützen. Oder verstehe ich dich nicht richtig?

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Frau M.
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Re: Kaolin

Beitrag von Frau M. » Mo 26. Nov 2018, 12:41

Karin B. hat geschrieben:
Mo 26. Nov 2018, 10:04
Frau M. hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 21:28
Karin B. hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 18:29
Natürlich gibst du die gesamte abgewogene Flüssigkeit für die Seife dazu, aber du kannst das 1:1 auflösen, den Leim emulgieren und dann den Rest an Flüssigkeit dazu geben (sonst ist die Seife viel zu scharf für die Haut). Sowas mache ich gerne, wenn ich z.B. Kokosmilch oder so als Extra zugeben möchte.
Sorry, aber das ist Quatsch, dass die Seife dann zu scharf sein könnte, wenn man die restliche Flüssigkeit nicht ergänzt! Die "Schärfe" wird durch die Menge des NaOH bestimmt, die du ausrechnest für den Laugenunterschuss, den du dir wünschst. Welche Menge an Flüssigkeit du zum Auflösen nimmst, ist für den Grad der Überfettung/den Laugenunterschuss unerheblich, solange das gesamte NaOH gelöst ist und keine ungelösten Kristalle in die Seife gelangen!
Das meinte ich doch damit. Noch einmal zum Verständnis...wenn ich nur die 1:1 nehme, ist der LU viel zu hoch und dann ist die Seife viel zu scharf. Das wird aber ausgeglichen, wenn die ganze abgewogene Flüssigkeitsmenge dazu gegeben wird.
Liebe Karin, ich glaube, wir reden hier aneinander vorbei. Ich verstehe nicht, was du mit "zu scharf" meinst. Ich definiere "zu scharf" mit einem Überschuss an Lauge, also mit ätzender, hautschädigender Seife, die freies NaOH enthält.
Du berechnet doch das NaOH für einen ganz bestimmten Laugenunterschuss. Wenn das komplett in deiner Fettmenge landet, ist es doch unerheblich für den LU, ob du es vorher 1:1 oder in einer größeren Flüssigkeitsmenge aufgelöst hast. Wenn es drin ist, verseift es die Fette und Öle und lässt einen Rest - den berechneten Laugenunterschuss - unverseift. Wieviel Flüssigkeit du danach noch reinkippst, ändert nichts mehr an dem Laugenunterschuss (wenn ich mal den Fettgehalt von beispielsweise Milch oder Kokosmilch außer acht lasse). Was sich ändert, ist die Gesamtmasse des Seifenleims und seine Handhabbarkeit.

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