Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Da hier SiederInnen angemeldet sind, die schon Seife sieden können, verzichten wir hier auf Grundlagen. Fragen rund um die Lauge können und sollen hier aber gestellt werden.
Antworten
Colamann
Beiträge: 215
Registriert: Di 19. Mär 2019, 15:37
Wohnort: Düsseldorf

Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Beitrag von Colamann » Di 19. Mär 2019, 16:24

Hi zusammen,

übernehmt ihr die Menge NaOH aus Rezepten 1:1, oder berücksichtigt ihr noch eventuelle Verunreinigungen? Vielleicht denke ich aufgrund meines Chemiestudiums viel zu kompliziert, aber das Natriumhydroxid enthält ja sowohl Wasser, als auch eine Kruste aus Natriumcarbonat. Rechnet ihr die heraus?

Benutzeravatar
Petra Trautes
Beiträge: 5930
Registriert: Sa 4. Mär 2017, 15:08
Wohnort: 57076 Siegen

Re: Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Beitrag von Petra Trautes » Di 19. Mär 2019, 16:30

Äh... nein, weil ich gar keine Ahnung hätte, wie ich das berechnen sollte.

Und da ich auch viel zu faul bin - dank der vielen tollen verschiedenen Seifenrechner im Netz - mir jedes Rezept einzeln per Hand zu berechnen, käme ich gar nicht auf die Idee :kichern: Abgesehen davon, dass ich so eine Ups- und Schwups-Tante bin, hier mal ein paar Gramm Öl zuviel, dafür aber das NaOH abgerundet (also ohne die Kommastelle) nutze habe ich lieber eine etwas höhere Überfettung wie das mir die Seife zu scharf ist.

Ich kann natürlich nicht für gewerbliche Sieder sprechen wie sich das bei denen verhält, aber ich denke das jede(r) Hobbysieder(in) hier eher eine etwas höhere Überfettung in Kauf nimmt.

Edit: Ich rechne generell jedes Rezept nach, egal ob es aus einem Buch oder aus dem Internet kommt (oder tatsächlich ein selber zusammengestelltes) um eben meine bevorzugte Überfettung ausrechnen zu können oder wenn ich z.B. Zusätze wie Milchsäure, Zitronensäure oder auch Essig mit in die Seife bringen möchte.
Liebe Grüße :hexenkessel: Petra

Colamann
Beiträge: 215
Registriert: Di 19. Mär 2019, 15:37
Wohnort: Düsseldorf

Re: Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Beitrag von Colamann » Di 19. Mär 2019, 16:52

Ja, um es exakt zu machen bräuchte man ein Labor...
Es ist halt so, daß ich damals gelernt habe, daß man solche Stoffe mindestens im Ofen trocknet, bevor man wiegt. Und NaOH wird teilweise vorher auch noch gewaschen, um die Carbonatkruste zu entfernen...

Ausgangspunkt meiner Überlegung war, daß meine zweite Seife zwar schön aussieht, sich aber fettig anfaßt. Also, man muß sich anschließend die Hände mit Seife waschen, wenn man damit hantiert hat. Das sollte bei 5% ÜF nicht so sein, oder?
Die Mengen hatte ich mit den Seifenrechner von Handymade by Kathrin ausgerechnet und genau abgewogen.

Benutzeravatar
Petra Trautes
Beiträge: 5930
Registriert: Sa 4. Mär 2017, 15:08
Wohnort: 57076 Siegen

Re: Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Beitrag von Petra Trautes » Di 19. Mär 2019, 16:58

Okay... ich lese hier jetzt mal mit erstaunen wie man das im Labor macht... aber löst sich das NaOH denn nicht auf, wenn man es abwäscht? :am_kopf_kratz:

Magst du uns etwas mehr zu dieser Seife verraten? Also welche Öle und Fette du verwendet hast, welche Laugenflüssigkeit verwendet wurde, ob Duft enthalten ist... (Gerne in Prozent, erleichtert das Nachrechnen vom Rezept). Wie lange hast du deine Seife reifen lassen vor Verwendung?

Mir persönlich wäre 5% Überfettung doch etwas gering, aber auch hier kommt es auf persönliche Vorlieben und natürlich auch die Haut bzw. die verwendeten Öle und Fette an. Aber meiner Meinung nach sollte die Haut sich nach dem Waschen sauber anfühlen und eben wie du auch selber sagst nicht fettig
Liebe Grüße :hexenkessel: Petra

Benutzeravatar
Erdbeerblondes
Moderatorin
Beiträge: 6149
Registriert: So 2. Apr 2017, 19:09
Wohnort: Zuhause in BW

Re: Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Beitrag von Erdbeerblondes » Di 19. Mär 2019, 17:01

Colamann hat geschrieben:
Di 19. Mär 2019, 16:52
Ja, um es exakt zu machen bräuchte man ein Labor...
Es ist halt so, daß ich damals gelernt habe, daß man solche Stoffe mindestens im Ofen trocknet, bevor man wiegt. Und NaOH wird teilweise vorher auch noch gewaschen, um die Carbonatkruste zu entfernen...

Ausgangspunkt meiner Überlegung war, daß meine zweite Seife zwar schön aussieht, sich aber fettig anfaßt. Also, man muß sich anschließend die Hände mit Seife waschen, wenn man damit hantiert hat. Das sollte bei 5% ÜF nicht so sein, oder?
Die Mengen hatte ich mit den Seifenrechner von Handymade by Kathrin ausgerechnet und genau abgewogen.
Hallo Colamann,

Das mit dem fettig anfassen, kann man so pauschal nicht sagen. Es kommt auf die Zutaten der Seife an. Schreib doch mal bitte das Rezept hier rein oder noch besser im Rezepte Unterforum dann können wir drüber schauen, ob da ein Bestandteil drin ist, der auf eine fettige Seife schließen lässt. Und deine Hände werden beim Waschen nicht fettig werden. Keine Sorge. nicken_freudig: Mit fettig anfassen, meinst du die Seife und nicht das Gefühl der Hände nach dem Waschen richtig?

Liebe Grüße Simone

Colamann
Beiträge: 215
Registriert: Di 19. Mär 2019, 15:37
Wohnort: Düsseldorf

Re: Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Beitrag von Colamann » Di 19. Mär 2019, 17:08

Alles klar, danke schon mal! Ich mache nachher einen Thread mit dem Rezept. Habe die Zahlen gerade nicht zur Hand.

Mit "fettig anfassen" meinte ich, daß die Hände nach dem Entnehmen der Seife aus der Form, und dem Schneiden ähnlich überzogen waren, wie nach dem Auspacken des verwendeten Schweineschmalzes. Daher hatte ich befürchtet, daß durch irgendeinen Unfall eine große Menge unverseiftes Schmalz enthalten sein könnte.

Es kann natürlich sein, daß ich da einen Seifenfilm auf der Haut hatte. Aber er ging nicht mit Wasser ab, nur mit Seife.

Benutzeravatar
Erdbeerblondes
Moderatorin
Beiträge: 6149
Registriert: So 2. Apr 2017, 19:09
Wohnort: Zuhause in BW

Re: Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Beitrag von Erdbeerblondes » Di 19. Mär 2019, 17:18

Ahh. okay, das kann absolut sein, da die Seife beim CP verfahren noch nicht komplett verseift ist nach ggf. 12 Stunden. Dauert meist so 24-48 Stunden je nach Temperatur. Daher kann sie sich schon sehr fettig anfassen. Wenn du deinen Seifenleimmischbecher 1-2 Tage trocknen lässt und dann erst sauber machst, hast du auch einen Fettfilm drauf der sehr schwierig wieder runter geht. Das ist normal. Wenn die Seife gereift ist, dann ist der Fettfilm auch weg. Ist besonders gerne auch bei Seifen vorhanden, die noch etwas weich sind. Ich gehe davon aus, dass du mehr als 10 Sekunden mit dem Püri gearbeitet hast, beim Mischen der Lauge mit den Fetten, dann ist auch alles gut vermischt. Wie schon gesagt, manche Seifen haben diesen "Fettfilm" der ist nach dem Reifen aber weg.

Liebe Grüße Simone

Colamann
Beiträge: 215
Registriert: Di 19. Mär 2019, 15:37
Wohnort: Düsseldorf

Re: Tatsächliche Menge NaOH (Wassergehalt und Verunreinigungen herausrechnen)

Beitrag von Colamann » Di 19. Mär 2019, 17:44

Ich habe das Rezept wieder gefunden, und einen Thread aufgemacht: viewtopic.php?f=26&t=7862

Antworten

Zurück zu „Lauge“