Ich lese halt immer gerne die inneren Werte eure Seifen und da kommen mir meine 4 Grundzutaten mit denen ich gerade am seifeln bin halt sehr simpel vor.
arwenabendstern hat geschrieben:Ich seifel seit über 8 Jahren und habe inzwischen ca. 200 Seifen gesiedet. Nach der 1. Euphorie und einem geranzten Nachtkerzenöl, beschränke ich mich auf wenige Öle, außerdem habe ich auch die Umwelt im Auge, d.h. zum Verseifen nehme ich lieber Öle und Fette, die nicht um die halbe Welt reisen müssen, und den Preis lasse ich auch nicht außer Acht. Also verseife ich überwiegend Raps-, Distel-, Oliven-, Sonnenblumenöl, Schmalz und Rindertalg. An weitgereisten Ölen verwende ich für Seifen Kokos, selten Babassu und Palmkernfett, fast nie Palmöl, kleine Mengen Rizinus als Schaumförderer. Kabu und Sheabutter, Reiskein, Mandel und Jojobaöl nehme ich fast nur für Kosmetika.
LG
Marianne
Deine Antwort finde ich sehr interessant Marianne und von daher denke ich, dass ich doch nicht noch unbedingt mehr Zutaten brauche. Dachte halt, um "richtig" gute Seifen herzustellen, brauch es auch extra erlesene Zutaten.
Kitty-Curl hat geschrieben:Ich seh das mittlerweile sehr, sehr ähnlich wie Marianne.
Am Anfang - klar - da muss alles in die Seife - von teuer bis exotisch über ganz Besonders bis hin zu fast schon exquisit...
Kräuter und Pflanzen verseife ich nach wie vor alles gern, was mir aus der eigenen Gartenapotheke in die Hände fällt, aber bei Ölen und Fetten guck ich mittlerweile auch etwas auf Regionalität und Preis.
Wenn Wirkstofföle (Neem, Nachtkerze, Schwarzkümmel usw) dann nur mehr in OHPs. Wir wissen nicht was von deren guten Eigenschaften über bleibt und da machen solche Öle vielleicht in Kosmetik oder OHPs mehr Sinn.
Ansonsten finde ich Raps, Sonnenblumen, Olive, Distel, Kokos und ganz besonders Schmalz und Strauß ganz toll. Am Babassu spare ich - mag ich aber auch sehr gern.
Um Festigkeit auszugleichen, verwende ich gern ein bisschen Kakaobutter, Bienewachs oder Shea - aber nur ganz sparsam. Ein exotisches Öl, dass ich sehr gerne mag ist Reiskeim. Rizi hab ich auch immer da. Andere Öle (Avocado, Sesam, Erdnuss) sind auch in kleinen Mengen dabei, aber gehören nicht mehr zum Hauptinventar.
Aber ganz ehrlich: tob ich am Anfang ruhig ein bisschen aus und probier einfach, was du willst...

im Laufe der Zeit findest du dann schon deine Lieblingsöle und die Experimentierphase ist ja auch so schön aufregend und spannend...
Edit: man kann auch mit anderen Zusätzen/Produkten sehr schöne pflegende Seifchen produzieren. Sämtliche Milchprodukte von Kuh, Schaf bis hin zu Ziege oder auch exotische Milchpulver sind dafür toll geeignet und man erhält damit sehr cremige und feine Seifchen, oder man macht mal selbst Mandel-, Nuss-, oder Hafermilch...
Der Hinweis von dir Kitty-Curl wegen der Festigkeit und dem Ausgleich durch Kakaobutter, Bienenwachs oder auch Shea finde ich auch ganz klasse, so lerne ich, was ich wirklich mal testen könnte ohne mir direkt das halbe Haus vollzustellen und die Gefahr einzugehen, dass mir das ein oder andere Öl/Butter dann ranzig wird - dafür sind die Zutaten dann viel zu schade.
Ziegenmilch steht auch bereits schon im Keller, muss sie nur noch entsprechend portionieren und einfrieren um damit zu seifeln. Das hatte ich auch schon gelesen, dass die Milchseifen einen tollen pflegenden Effekt haben. Ich habe mittlerweile sehr trockene Hände und möchte daher meinen Händen bzw. meinem Körper wirklich etwas gutes tun. Bevor ich mir 1000 andere Produkte hole, dann lieber eine schöne pflegende Seife, die ich dann sogar selber gemacht habe.
carina7 hat geschrieben:Außer den Ölen und Fetten gibt es auch tolle Sachen, mit denen man die Lauge anrühren kann: verschiedenen Tees: Kamille, Thymian, Rosmarin; Gurke, Kaffeesud, etc. In die Seife wandert bei mir fast immer Salz und Zucker. Meine Lieblings-Exotenöle und fette sind inzwischen Reiskeimöl und Sheabutter, ab und zu Avocadoöl. Manchmal hat Aldi Angebote an Haselnuss- oder Ernussöl, dann kommen die mit, oder Kürbiskernöl, aber ist leckerer zum Essen. Was nie ausgehen darf: Kokos, Olivenöl, Kakaobutter.
Nun frohes Seifeln und frohes Experimentieren!
Kräuter möchte ich auch gerne noch nutzen, und der kalte Kaffee für eine Kaffeeseife steht bereits zum kühlen im Kühlschrank.
Wenn ich das richtig verstanden habe carina7, dann sind Zucker und Salz für die Festigkeit und den Schaum einer Seife mit verantwortlich. Hier habe ich auch schon versucht vieles davon im 4um zu lesen - aber so richtig verstanden habe ich es leider noch nicht. Zuviele Informationen, die ich verarbeiten will/muss.
Juli intheSky hat geschrieben:Das ist ein guter Thread liebe Petra
Meine Must haves: Olivenöl, Kokos, Distel, Kakaobutter, Schmalz, Reiskeim alles andere läuft dann schon unter entbehrbar
Wertvollere Inhalte sind für mich: Jojoba, Wildrose,Mandel, Hanf, Avocado, Shea, Aprikose, Strauss
Zusätze die ich oft und gerne benutze: Wolle, Zucker,Salz muss auch greifbar sein
Unter must have verstehe ich,welche Fette nie ausgehen dürfen. Aber du meinst das anders oder?
Ich wollte wirklich wissen, welche Fette tatsächlich immer vorhanden sind und welche als Zusätze zu werten sind, welche eine Seife zu einem "Luxus" machen. Kitty-Curl schrieb z.B. dass manche Wirkstoffe/Fette auch eigentlich mehr Sinn als OHP bzw. in Kosmetik mehr Sinn machen. Da ich aber derzeit erstmal bei CP bleiben möchte, denke ich, dass ich eben diese Fette vorerst gar nicht wirklich benötigen werde.
Hier geht es auch ein wenig um den finanziellen Aspekt, wie von euch auch selber bereits erwähnt.
Bei Wolle und Seide ist mir ehrlich noch ziemlich unklar, welche Wolle bzw. Seide ihr verarbeitet. Bekomme ich das z.B. auch bei manske? Es wird ja in die Lauge gerührt und löst sich dann durch die heiße Lauge auf.
Petra hat geschrieben:Das ist eine schöne Frage!
Wenn ich auch denke, dass man ums ausprobieren und versuchen nicht drum herum kommt, da auch jede Haut unterschiedliche Ansprüche hat. Aber man kann schon aus dem Vorlieben anderer vieles herauslesen, und gezielter ausprobieren.
Was ich in Seifen liebend gern verwende ist: Avocadoöl, Jojobaöl und Sheabutter. Alle drei sind so gut zu meiner Haut. Aber auch Milch (gefroren für die Lauge verwendet) hat mich restlos überzeugt! Ebenfalls mag ich gern Aloe Vera Gel im Seifenleim (dafür reduziere ich die Flüssigkeitsmenge um die Lauge anzusetzen, um den Rest dann als Aloe Vera Gel in den fertigen Seifenleim zu geben). Auch Wolle macht sich in Seife ganz toll wegen des enthaltenen Lanolins, und so freue ich mich, dass ich ganz viel Wolle geschenkt bekommen habe. Auch so benutze ich Lanolin gerne, aber da es der Seife eine klebrige Konsistenz gibt, was das ausformen schwierig macht (ich hatte damit bisher zumindest Probleme), verwende ich es besonders gern in Salzseife. Auch Salzseifen mag ich sehr gerne, da auch sie meiner Haut sehr gut tun. Aber da diese wenig oder je nach Salzgehalt gar nicht schäumen, ist Lanolin hier eine sehr gute Kombination.
Reiskeimöl ist für mich auch unverzichtbar, muss nicht in jedes Rezept, aber ich verwende es oft und gerne.
Das sind meine Lieblingszutaten. Ohne Frage gibt es auch ganz viel anderes was ich gerne mag, so z. B. gern Babassu (gern auch in Kombination mit Kokos, da sich beide Schaumfette gut ergänzen, Babassu macht ja eher cremigen Schaum und Kokos großblasigen, beides zusammen ergeben einen feinen Schaum, finde ich), aber auch Palmkern und Palm, damit gehe ich - der Umwelt zuliebe - aber sparsam um, packe es nicht in jedes Rezept, und siede diese auch nicht so oft wie die anderen Rezepte. Aber ich mag beides in Seifen sehr gerne, deshalb möchte ich nicht ganz verzichten.
Ebenfalls spitze finde ich Arganöl und Kaffeebohnenöl (ich finde eine kleine Einsatzkonzentration reicht bei beiden, so um die 10%).
Alle anderen Öle/Fette/Buttern benutze ich auch, Olive, Mandel, Aprikosenkern sind schön, Kakaobutter, Mangobutter, Olivenbutter, Rizinus ist auch eine gute Zutat. Ein schönes Bio-Sojaöl habe ich auch, das ich ebenfalls gern verwende. Distel HO ab und an mal.
Weniger gern nehme ich Raps, Sonnenblume, Erdnuss.
Ich hoffe mein persönliches "Ranking" hilft Dir ein bisschen.
PS: Was ich jedoch auch feststelle ist, dass es immer auch auf eine ausgewogene Kombination der Fette und übrigen Zutaten angekommt. Und da hilft wirklich nur ausprobieren. Aber das macht es letztlich auch spannend.
Auch von dir Petra habe ich ganz viele weitere tolle Informationen bzgl. deiner bevorzugten Fette erhalten.
Das ich ums ausprobieren/experimentieren nicht drum herum komme (was ich ja auch gar nicht möchte) habe ich schon gesehen. Ich möchte halt auch sehr bewusst mit den Rohstoffen umgehen können und dazu helfen mir hier all eure vielen Erfahrungen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn hier vielleicht noch ein paar weitere ihre bevorzugten Fette aufschreiben, das hilft mir wirklich, mich erst mal nur auf wenige schöne Sachen zu konzentrieren.